Perchtoldsdorf - Das Ende vom Lied

Liebe Alle!

“Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?”

Heute 30.03.2000 um 9.00 hatten wir die Verhandlung vor dem Landesgericht für Zivilrechtssachen. Von Ch. Steffl als Minderheitseigentümer von Perchtoldsdorf wurde die Miteigentümergemeinschaft besteht aus Steffl und mir, vertreten durch den Hausverwalter (Markus Hirschler) um ca. 327.074 ATS wegen der Dacherneuerung geklagt. Uns mußte klar sein, daß etwas zu zahlen sein wird. Der Streit ging nur darum wieviel. Heute um 8:30 Uhr haben sich Markus Hirschler, Ch. Lindinger, Wilma und ich getroffen um die Strategie zu besprechen. Die Richterin hat den Prozeß eröffnet, den Beweisbeschluß diktiert und uns zu erkennen gegebenen, daß wir etwas zu zahlen hätten, aus welchem Rechtsgrund auch immer, weil nach gesundem Hausverstand - das Haus nun mehr wert ist. Um dieses Problem ein für allemal zu lösen, haben wir im Anschluß an den Beweisbeschluß folgender Vergleichsvorschlag angeboten: Entweder Steffel verkauft an uns um 1,5 Mio. ATS oder wir verkaufen um 2 Mio. ATS oder wir zahlen einmalig ATS 150.000. Steffel hat sich eine halbe Stunde beraten und hat unser Verkaufsangebot angenommen. Dieses Ergebnis bewerte ich wie folgt:
In der Miteigentumsgemeinschaft hätte es auf Jahre hinaus Probleme gegeben, mit dem gemeinsamen Mieter, mit den vorzunehmenden Erneuerungsarbeiten (Terrasse, Wasserleitungen, Elektrik, Fassade, Garten, Decken, Böden, etc) und letztlich mit der Verwaltung (Markus Hirschler ist bis heute nie bezahlt worden).
Das Gerichtsverfahren (was so für uns gar nichts kostete) hätte nach der heutigen Verhandlung an Kosten den Klagebetrag überstiegen (die Richterin wollte über 10 Zeugen vernehmen) und das wir in der Sache etwas bezahlen hätten müssen stand vorher fest.
Mit dem Haus kann man nur etwas entwickeln, wenn es einem allein gehört, sprich ein Neues hinstellen, den Grund verkaufen, selbst mit Familie drin wohnen.
Der Wert des Anteils wurde 1997 von einem Gutachter mit rund 1,5 Mio. geschätzt, auch Markus Hirschler meint, das mein Anteil am Haus nicht mehr ATS 2 Mio. wert sei. Nach Abzug aller Vertragserrichtungskosten, Grunderwerbssteuern, Spekulationssteuern, Bankspesen, Kreditgebühren wird mir zwar nicht viel mehr als Erfahrung übrig bleiben, aber ich bin die Schulden und die Schererein los.
Das ein Vergleich immer ein lachendes und ein weinendes Auge zurück läßt ist auch klar, es tut mir um das Haus leid, doch müßte ich einsehen, das dies zwar eine schnelle schmutzige Lösung ist, doch wahrscheinlich die für alle Parteien gerechtere. Steffel hätte mich in Zukunft auch behindert und als Alleineigentümer kann er nun als Baumeister was draus machen. Jedenfalls kann man mir nicht mangelnde Einigungsfähigkeit vorwerfen, ich habe nun versucht zwei Jahre lang eine Einigung zustande zu bringen.
Damit geht ein Stück meiner Geschichte unwiderruflich zuende. Die Zeiten der Perchtoldsdorfer Wohngemeinschaft, angefangen vom Spielen im Garten mit meinem Urgroßvater, über die netten Nachmittage im Beisein von meinen lieben Freunden und Verwandten, die Nächte und Feiern auf der Terrasse, die Kulturen im Garten, die Filme, Kunstwerke, Koch- und Bastelnachmittage während dem Studium werden mir immer in guter Erinnerung bleiben. Doch nun ist es vorbei, vielleicht werde ich auch einfach nur ein Stück erwachsener und lerne von liebgewordenen loszulassen.
So gilt mein besonderer Dank:
Dr. Wilma DEHN (für die wirklich ausgezeichnete, juristische und psychologische Betreuung)
Dr. Ch. LINDINGER (für die zuvorkommende Vertretung und Aushandlung des Vergleichs)
Mag. Markus HIRSCHLER (für die Verwaltung, Aushandlung des Mietvertrages, Transaktionsbegleitung und das Aushalten der Scherein in dieser Familie).

Dieser Brief ergeht neben den bereits Genannten an alle die damals dabei waren und die sich vielleicht gerne noch mal kurz zurück erinnern:
Jan, Beppo, Andi, Markus, Doris, Familie Lang, Veronika, Cornelia, Rudi, Sissy, Famillie Auinger, Familie Spieckermann, die Freunde und Aktivisten von P-TV.

Alles Liebe von einem mit gemischten Gefühlen in Wien Sitzendem ehemaligen Hauseigentümer.

Johannes


From: markus
Subject: Re: Perchtoldsdorf - Das Ende vom Lied

scheint als ob die alten zeiten endgültig vorbei sind - mein mitgefühl...
markus


From: "Bina Desai" <desai@ukonline.co.uk>
Subject: RE: Perchtoldsdorf - Das Ende vom Lied
ich werde heute abend ein totenmahl zu mir nehmen und danach mit annu und
james, die gerade hier sind (mit baby) auf das ende anstossen. lachend und
traurig. kann mit vorstellen, wie es bei dir aussieht. in gedanken da und
gerne an den kurzen winter in wien denkend,
bina


From: NSpieckermann <nspieckermann@coba.co.uk>
Subject: RE: Perchtoldsdorf - Das Ende vom Lied
Na geh! das ist schon traurig aber manchmal geht das halt so...
Bist DU jetzt arm? war aber sicher besser so, auf lange sicht ist es
wirklich muehsam mit naderen drin eine liegenschaft zu besitzten...
ich sehe das ueberall, auch wo es an und fuer sich juristisch einwandfrei
geregelt ist...
wir koennen ja wenn cih weider in Wien bin eien P-dorf remeberence day
machen, beim Nigl oder so?


was meinst?
Nikolaus Spieckermann


From: Markus Piuk <mp2k@cms.mail.virginia.edu>
Subject: RE: Perchtoldsdorf - Das Ende vom Lied
the outcome of said litigation is adverse to general
principles of justice and equity especially with respect to
the following - but not limited thereto -
- the more wealthy party in a common ownership abuses it's
more favorable position to drive the other common owner out
of the common ownership
- under this circumstances law has primarily serve the
weaker party based on the following: law in the 21st
century shall have two main functions 1.secure ownership
rights and 2. redistribution of wealth; in said litigation
both principles have been set aside by an abusive
settlement bending the law in favor of the more powerful
party to the dispute
- this manifest disregard of law should not be tolerated
by anyone that feels himself bound by the principles off
equity and justice
- in my opinion the court judgement derives from a
missinterpretation of the contract and tort law of the
Republic of Austria and should be vacated on the grounds
set forth above


so i ask the members of the honorable p-tv tribunal to
enter judgement in favor of the appelee and reerect justice
in this very honored court.

From: NSpieckermann
Subject: RE: RE: Perchtoldsdorf - Das Ende vom Lied

ja witzig oder meint erdas erst?
fragts ich B.


From: Steffen Bärschneider <baerschneider@talknet.de>
Date: Thu, 30 Mar 2000 23:30:25 +0200

Hallo Johannes, kann erst heute diese mail lesen. Irgendwie seltsam, wie
alles um Dein Haus zuende gegangen ist. Du hast es immer so locker
geschildert. ich habe das Gefühl, daß es so locker für Dich
gar nicht ist ?! Zur Zeit bin ich ganz in Beschlag genommen vom Leben hier.
Ich melde mich beizeiten. Grüße an die Solly und auch an die Wilma,
vielleicht erinnert sie sich an mich ?
Grüße von steffi


From: "beingruebl" <beingruebl@EUnet.at>
lieber johannes,
solange du mit dem ergebnis leben kannst und der meinung bist auch dein
gesicht nicht verloren zu haben ist jede lösung o.k.
mlg.
h.peter
(bukarest-geschädigt)

Dazu Johannes "Gegenüber Intoleranten kann es keine Toleranz geben!"


From: hanjo rossi <hanjo.rossi@gmx.net>

schade um den Garten. Was soll ich schreiben.


From: andreas walker <a9309371@unet.univie.ac.at>
...was ist mit meiner rohrzange?


From: Jan Spieckermann <j_spieckermann@gmx.net>

sorry erst mal, dass es lange Zeit gar keine Meldung von mir gab.
Ich war einige Tage in der Schweiz, in Les Diablerets, Snowboardfahren.
Irgendwie vor Semesterbeginn noch mal etwas Entspannung bekommen.
Dann kommt man zurück und.... mein zweites Zuhause gibt es nicht mehr.
Irgendwie kommen dann plötzlich wieder ganz viele Erinnerungen an
verschiedendlich gestaltete Nachmittage, Abende, Nächte wieder.
Ja, auf jeden Fall sollten wir einen
perchtoldsdorfer rememberance day beim nigl ....
machen, muss aber einfach schaun wie ich es Terminlich unterbringen kann.
Geh jetzt erst mal die Änderungen auf PTV anschauen....
Jan


From: Guenther Goeschl <ggoeschl@at.oracle.com>
die Sache mit dem Haus scheint Dir wirklich nahe gegangen zu sein -
andererseits sollte man verlorenen Dingen nicht allzu lange nachweinen. So wie
Du die Situation beschrieben hast war Deine Entscheidung sicherlich richtig.
An Deiner Stelle würde ich jetzt mir jetzt den Erwerb eines kleinen Stadtpalais
zum Ziel setzen, denn, wie immer Du die Sache betrachten magst, aber zwischen
Perchtholdsdorf und Wien "bei Tag und Nacht" liegt eben doch die
Südosttangente.


From: MinaLouis@t-online.de (Mina Louis)
Ja, auch ich habe einige wenige Tage in Perchtoldsdorf verbracht und sie
gehörten zu den besseren...

Aber da uns aller Besitz nur belastet (frag mal Vroni, was sie alles geschleppt
haben...) ist die Erinnerung daran sicher etwas Gutes!!
Petra

 
  home | archives | news | urldW | k&s | picture | support | active | chat | member |P-TV statistics | search | ©p-tv®2000