INTEGRAL-Umfrage: Für acht Prozent der Österreicher ist die Massenvernichtung von Juden in der NS-Zeit historisch nicht erwiesen
(p-tv)

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Nur 70 Prozent bejahen Mitverantwortung Österreichs
Wien - Nur 70 Prozent der Österreicher sind der Meinung, dass Österreich für den Massenmord an den Juden in der NS-Zeit mitverantwortlich ist. Das ergab nun eine Telefon-Umfrage der INTEGRAL Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.H. unter 1.000 Österreichern. Bei den Über-60-Jährigen sind überhaupt nur 56 Prozent dieser Ansicht. Die Jugend ist dagegen stärker von einer Mitverantwortlichkeit überzeugt - bei den Bis-19-Jährigen sind es 84 Prozent.

Insgesamt 83 Prozent der Österreicher stimmen der Aussage zu, dass während des Nationalsozialismus Millionen von Juden getötet wurden. Acht Prozent vertreten jedoch den Standpunkt, dass die Massenvernichtung von Juden historisch nicht erwiesen worden sei. Zehn Prozent der Befragten wollten sich dazu nicht äußern. Nach Parteienpräferenz ergibt sich folgendes Bild: Grün-Wähler stimmen zu 97 Prozent der Aussage zu, dass während des Nationalsozialismus Millionen von Juden getötet wurde, bei den ÖVP-Wählern sind es 83 Prozent, bei den SPÖ-Wählern 81 und bei den FPÖ-Wählern 80 Prozent.

Vor allem sind die ältere Generation und FPÖ-Wähler betroffen

60 Prozent der Österreicher sind der Meinung, dass es wichtig ist, sich ständig mit dem Thema Nationalsozialismus auseinander zu setzen, damit sich solche Ereignisse nicht wiederholen. Ein Drittel ist dagegen der Ansicht, man solle endlich Gras über die Vergangenheit wachsen lassen. Im Vergleich zu 1997 hat sich laut INTEGRAL der Anteil derer, die Gras über die Vergangenheit wachsen lassen wollen, jedoch deutlich erhöht - damals sei er bei 22 Prozent gelegen.

Daraus zieht Manfred Tautscher von INTEGRAL den Schluss: "Der Prozentsatz der Österreicher, die Probleme mit der Vergangenheit haben, ist mit 33 Prozent extrem hoch und in den letzten Jahren stark angestiegen. Dies wurde primär ausgelöst durch die Thematik Entschädigungszahlungen." Man sei des Themas Leid und wolle diesen Teil der Geschichte verdrängen. Das treffe vor allem auf die ältere Generation und auf die FPÖ-Wähler zu, so Tautscher. Bei fast einem Zehntel der Bevölkerung gehe es sogar so weit, dass sie den Holocaust "als nicht erwiesen betrachten". (APA)

(p-tv)


 

 
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