Königreich Swaziland sucht einen Henker


(Sonst könnte Vollstreckung von sechs Todesurteilen ausbleiben (!)
Johannesburg - Das südafrikanische Königreich Swaziland sucht einen Henker.
Wie die Zeitung "Johannesburg's Sunday World" berichtete, steht das kleine
Reich vor dem Problem, nach dem Urteil eines Richters sechs zum Tode
Verurteilte hinrichten zu müssen. Die Vollstreckung könnte ausbleiben, weil
kein Henker zur Verfügung steht.
Der Oberste Richter des Königreiches, Stanley Maphallaa, hatte am Donnerstag
sechs Angehörige einer Sekte zum Tode verurteilt. Die Verurteilten, fünf
Männer und eine Frau im Alter zwischen 26 und 34 Jahren, hatten im März 1997
einen Priester und dessen Ehefrau brutal ermordet. Die Sektenmitglieder
hatten den Priester beschuldigt, sie verhext zu haben. Das Todesurteil wurde
wegen der Ermordung der Frau gefällt, im Falle des Priesters sprach das
Gericht nur lebenslange Haftstrafen aus, weil es mildernde Umstände
anerkannte.
Die letzte Exekution in Swaziland hatte es 1983 gegeben. 1998 begannen die
Justizbehörden des Königreiches dann wieder, Todesurteile auszusprechen,
worauf ein Henker gesucht wurde. Zwar meldeten sich rund 200 Interessenten
aus aller Herren Länder, doch ein geeigneter Kandidat war angeblich nicht
darunter. Unter anderem hatten sich Kanadier, Briten und Japaner um den Job
bemüht. Weil in dem kleinen Land nicht sehr häufig Todesurteile gefällt
werden, will die Regierung jetzt einen Henker auf Honorarbasis anheuern.
(APA


 

 
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