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Wer`s nicht glauben will: Nachstehende
Anzeige erschien am 26. Mai in der Kronen Zeitung - genau einen Tag vor
der Polizeirazzia mit dem Codenamen "Operation Spring", bei der 70 mutmaßliche
Drogendealer festgenommen wurden. Eine
Missgeburt Als der Deutschnationale noch begeistert für die EU eintrat, war ihm die österreichische Nation eine Missgeburt. Seit Österreich der EU beigetreten ist, wird ihm diese immer mehr zur Missgeburt. Was wie ein opportunistischer Meinungswechsel aussieht, ist indes nur die Konstanz einer Gesinnung, die er mit der Muttermilch eingesogen hat, und deren Stempel dieser Republik aufzudrücken er als sein Lebenswerk betrachtet, auch wenn er neulich vorgab, dieses mit der Erledigung der rot-schwarzen Koalition abgeschlossen zu haben. Dementsprechend ist Unterwerfung die politische Kategorie, von der Jörg Haider getrieben ist. Er hat sich seine Partei unterworfen, er ist dabei, sich die ÖVP zu unterwerfen, und dass ihm Europa bei einer allfälligen Unterwerfung Österreichs dreinpfuschen könnte, ließ ihn - da ist er konsequent - zum Gegner der EU werden und lässt ihn jetzt gegen alles in der EU ausrasten, was ihn daran hindern will. Aber die Europäer mögen es einfach nicht, wenn der Chef einer österreichischen Regierungspartei in jedem Zimmer des gemeinsamen Hauses, dessen Aussicht ihm nicht passt, seine Fäkalien hinterlässt. Sieht man es so, kann man sich jede - sei es undurchdachte, sei es geheuchelte - Entrüstung über die Politiker der EU ersparen, tun sie doch minimalinvasiv nur, was jeder bürgerliche Hausherr in einem solchen Fall auch täte: Sie weisen ihn einfach aus dem Haus und zeigen jenen die kalte Schulter, die meinen, der Geruch wäre doch gar nicht so schlimm. Die ÖVP ist der Meinung, mit diesen Miasmen ließe es sich leben? Sie will endlich wieder wie ein Fisch in jenem Teil der Massen schwimmen, der da jauchzt: Mir san mir, und das Ausland soll sterbien gehen. Nun gibt es auch andere, die meinen, man dürfe Haider bei seinen Verrichtungen nicht in den Arm fallen, das wäre erstens undemokratisch und würde ihm zweitens nur noch mehr Wähler zutreiben. Was das Erste betrifft, sollte man ihm nicht so leicht auf den Leim gehen. Jörg Haider für nicht regierungsfähig zu halten, muss zumindest ebenso erlaubt sein, wie die Meinung, Jacques Chirac wäre ein Pfuscher. Das ist weder ungehörig, noch ist es die von ihm behauptete "Uminterpretation des Wahlergebnisses". Im Gegenteil: Haider selbst hat das mit seinem Verhalten während der letzten Tage bewiesen. Der einzige Anspruch, den er aus dem Wahlergebnis ableiten kann, ist jene Anzahl an Nationalratsmandaten, die ihm prozentmäßig zusteht, einen Regierungsanspruch hätte er nur mit absoluter Mehrheit. Was das Zweite betrifft: Diese Gefahr besteht dann, wenn weiterhin eine inhaltliche Politik betrieben wird, die Jörg Haider Wähler zutreibt, wie dies in den letzten Jahren geschehen ist und wie die ÖVP das offenbar auch weiterhin zu tun beabsichtigt; ferner wenn das pädagogische Programm, mit dem Haider möglichst klein gehalten werden sollte, weiterhin darin besteht, das zu exekutieren, was man verbal an ihm kritisiert. Dazu scheint die Volkspartei wild entschlossen, indem sie ihr Heil in einer Koalition mit ihm sucht. Finden wird sie es nicht. Denn diese Koalition hat sich als Missgeburt erwiesen, noch ehe sie das Licht der Welt erblickte. Noch nie hat eine Regierung so viel Missgeschick über ein Land gebracht, noch ehe sie im Amt war. Zwei, drei Ausritte Haiders ohne Rücksicht auf den Koalitionspartner, von den Interessen der Republik zu schweigen, haben genügt, die ganze Hilflosigkeit der ÖVP von Außenminister Schüssel abwärts zu enthüllen. Damit wissen wir auch, was wir von einem Bundeskanzler Schüssel zu erwarten haben. Er werde Haider schon domestizieren, hat er angekündigt. So sieht er aus. entnommen aus © 2000 derStandard.at Weitere Berichterstattung auf http://www.p-tv.at/neu.htm sowie auf http://www.iq-world.com.
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