ORF-Redakteure zu Interventionen und Datenklau


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Resolution

Der Druck der Regierungsparteien auf die Redaktionen
hat in den letzten Tagen ein unerträgliches Ausmaß angenommen - bis
hin zu persönlichen Einschüchterungsversuchen von ORF-Redakteuren.


1. "Causa Kleindienst" - ein mehrtägiges
Interventions-Bombardement von FPÖ-Klubobmann Westenthaler


2. "Fax des ÖVP-Klubs mit mehrseitiger Detailkritik an ZIB-
Beiträgen und der Forderung nach sofortiger Stellungnahme" -


Wir werten das als unzulässigen Versuch, Druck auszuüben.


3. "Kompensationsbeiträge" - FPÖ und ÖVP verlangen immer wieder
ZiB-Beiträge als Wiedergutmachung für angebliche "Fehler".


4. "Diskussionsverweigerung" - FPÖ und ÖVP-Politiker haben es
erreicht, dass in "Betrifft" und der ZiB 3 die Causa Kleindienst
nicht diskutiert wurde


5. "Angriff auf Internetleiste in "Betrifft"" - Der Vorwurf
lautet, dass nur kritische E-Mails vorgetragen würden.


6. "Datenklau im Red-Sys"


Weil der Druck der Regierungsparteien mit Näherrücken des neuen
ORF-Gesetzes steigen könnte, beschließen wir folgende Resolution,
deren Punkte eigentlich selbstverständlich sein müssten:


+ Die journalistische Bewertung muss ausschließlich den
Redaktionen des Hauses obliegen und nicht Parteien oder
Interessensgruppen. Eine Einflussnahme auf Themen, Form und Umfang
der Berichterstattung steht ihnen nicht zu.


+ Wir erwarten von der Geschäftsführung, dass sie sich bei ihrer
Definition, was "berechtigte Beschwerden" sind, an
die Spruchpraxis der Rundfunkkommission hält und grundsätzlich
davon ausgeht, dass Kritik von außen meist von nachvollziehbaren
Interessen geleitet wird.


+ Wir unterstützen die Bemühungen der Geschäftsführung,
Verdachtsmomente in Richtung Datenklau bzw. Verrat von
Redaktionsgeheimnissen aufzuklären.


Diese Resolution wurde einstimmig angenommen.


Für die Redakteure des Aktuellen Dienstes Fernsehen
Dr. Danielle Spera
Stefan Jung


(From: Beppo
Subject: RE: ORF-Redakteure zu Interventionen und Datenklau
Date: Tue, 10 Oct 2000 11:11:55 +0100

Das ist wirklich fein, Danke!
ich frag mcih ob es irgendwann mal ducrhsickern wird, ob ans Ausland oder an
die breite oesterreichische Bevoelkerung, dass bei einer namenlosen
Beschriebung der Vorgaenge der letzten Wochen jeder normale Mensch davon
ausgehen wuerde, dass es sich dabei um die Darstellung


- einer mittelamerikanische Banananrepublik,
- Moldaviens,
- der DDR c. 1985,
- Indonesiens,
- oder des Sudans


handeln muss, aber bestimmt nicht um Oesterreich, Oktober 2000.


Uebrigens finde ich, dass die Kunstform der Operette in der letzten Zeit
viel zu sehr vernachleassigt worden ist!


meint
B.


From: Beppo
Subject: RE: ORF-Redakteure zu Interventionen und Datenklau
Date: Tue, 10 Oct 2000 11:17:20 +0100

Wien - Immer lächerlicher werden die Angriffe des angeblich unabhängigen ORF
(Organisation der Roten Fernaderer) gegen unsere tüchtige Regierung. In
polemischern und menschenverachtender Weise, verunglimpfen die Rotredakteure
unsere tüchtige und anständige, demokratisch legitimierte, Bundesregierung.
Dabei zeigt sich fast täglich im ORF, dass die Kritik der souveränen und
gelassenen Regierungspolitiker, am gutmenschfaschistoiden
Zentralkomitee-Sender durchaus zu recht kommt. Was die "Redakteure" (Red =
rot auf Englisch, Anm.) in einem ungeheuren Anflug der Polemik "ein
mehrtägiges Interventions-Bombardement", nennen wir verantwortungsbewusste
Medienpolitik!


Natürlich ist es wichtig, dass auch das anständige und ordentliche
Österreich vor einer konstanten Berieselung subversiver roter Agitation
durch den Staatsfunk geschützt wird. "Natürlich machen wir uns Sorgen um die
Zukunft unserer Kinder. Bei dem derzeitigen Programm muss man sich ernsthaft
fragen, wie sich bei den jungen Leuten, Augenmaß, Anstand, Moral und
altmodische Begriffe wie Treue und Ehre durchsetzen sollen", erklärt der
FPÖ-Nationalratspräsident Thomas "die Lende" Prinzhorn, Vater von 14 Kinder
von 27 Ehefrauen. "Der Herr Ing. Westenthaler, der Hojac wie ich ihn nenne,
hat bei seinen Anrufen nur auf die diesbezügliche staatspolitische
Verantwortung der Redaktion im ORF hingewiesen. Das muss doch erlaubt sein."
Und so ist es auch. Irgendwer muss den Jedi-Rittern auf dem Küniglberg
zeigen wo der Bartl den Most herholt. Auch die angebliche
Diskussionsverweigerung von ÖVP und FPÖ zum Thema "Kleingeist-Affäre" trifft
beim größten teil der Bevölkerung, also bei uns, auf vollstes Verständnis .
Hier werden Lappalien hochgespielt während die wahren Skandale der SPÖ in
der Steiermark verschwiegen werden. Ob denn an den Vorwürfen des Landes-,
Hoch- und Freundesverräter Kleingeist irgendetwas dran sei, wollt eine
impertinente ORF-Report-Person vergangene Woche vom FP-Klubobmann
Hojac-Westenthaler wissen. Dieser reagierte mit der angemessenen
Gelassenheit eines erfahrenen Regierungspolitikers mit internationaler
Erfahrung, ungeheurem Gespür und der Sicherheit in seinem Land für eine
bessere Zukunft zu sorgen. Hojac-Westenthaler erklärte: "Es gibt hier nichts
zu kommentieren. Der wahre Skandal ist die Bespitzelung der steirischen SPÖ
von unschuldigen Bürgern, über die Sie (ORF, Anm.) nicht berichten. Selbst
wenn die FPÖ für Bespitzelungen die Polizei bezahlt hat, dann ist doch ein
Heller oder Zilk selbst schuld. Die sind halt keine unschuldigen und
anständigen Bürger."
Angeblich sei ein "Fax des ÖVP-Klubs mit mehrseitiger Detailkritik" an "Zeit
im Bild"-Beiträgen und "der Forderung nach sofortiger Stellungnahme" in der
Redaktion eingelangt. Immer wieder würden sowohl FPÖ als auch ÖVP nach so
genannten "Kompensationsbeiträgen" verlangen, berichteten die Redakteure:
Gewünscht würden ZIB-Beiträge als "Wiedergutmachung für angebliche
'Fehler'". Na und? So soll es auch sein. Allein um die Fehler der
jahrelangen Negativpropaganda gegen Jörg Haider wieder gut zu machen, werden
noch jahrelang Beiträge für ihn zu senden sein. Es ist ja nichr so, dass es
guten Journalismus in Österreich nicht gibt.
ORF-Redakteure die bereit sind sich zu bessern, brauchen nur täglich in die
beste Tageszeitung der Welt, die Kronen Zeitung, und in DieKlone.at schauen.
Da können sie lernen, wie man die Regierung, die Tüchtigen, die Anständigen,
die Aufrechten und die Fleißigen in diesem Land medial zu behandeln hat.
Jenen ORF-Leuten, die bereit sind diesen guten eg zu gehen rufen wir aus
stolzgeschwellter Brust zu: Willkommen Kameraden!


From: Beppo
Subject: Aus dem aktuellen Profil...
Date: Tue, 10 Oct 2000 13:46:34 +0100

Ach, wie gerne wuerde ich auch ORF sehen und mir diese Aktionen auf der
Zunge zergehen lassen...

Westis" Wahnsinn: Die TV-Kolumne von Angelika Hager
Angelika Hager
Es ist zugegeben nicht wahnsinnig originell, Peter Westenthaler befremdend
zu finden. Doch in der letzten "Report"-Ausgabe wuchs der Mann über sich
hinaus. Offensichtlich war sein NLP-Coach an diesem Tag zu Scherzen
aufgelegt und hat ihn auf "Manipulieren, aber feste!" programmiert. Auf die
mehrfach gestellte Frage des Reporters Ernst Johann Schwarz, ob die FPÖ den
Auftrag zur Bespitzelung von Prominenten erteilt habe, antwortete der
FPÖ-Klubchef stieren Auges, unmerklich variiert, ebenso oft: "Ich behaupte,
dass die Sozialisten in der Steiermark unschuldige Bürger bespitzeln ließen.
Alles andere interessiert mich nicht."
Das Interview, in ungeschnittener Schönheit ausgestrahlt, machte einen in
doppelter Hinsicht froh. Einerseits kann so viel freiwillige Komik nicht
gefährlich sein, andererseits hat sich der "Report" einmal mehr als Bastion
von Unabhängigkeit und sachlicher Gelassenheit erwiesen. Hochrufe auch für
Gisela Hopfmüller, die dann gleich einer Jeanne d'Arc des Infowesens ein
Pamphlet zur Wahrung der journalistischen Hygiene verlas.
Der eigentlich schönste Sager des Beitrags ging im Westi-Wahnsinn unter. Auf
die Frage, ob er den Auftrag von Bespitzelung seitens der FPÖ ausschließen
könne, antwortete Hubert Gorbach: "Ausschließen kann ich gar nichts, aber
ich denke nicht daran, dass es so war." Karl Kraus hätte gejauchzt.


 

 
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