ICH ABER GÄHNE UND SAGE: ACH WAS !

In Kennerkreisen werde ich als Mann eingeschätzt, der moderne Steckenpferde reitet, z.B. Zeitungsartikel sammeln, aber auch recht eigentümliche. So sammele ich Informationen. Eigentlich lesen sich diese Beschlagenheiten in Gehirnwindungen zusammen, wo sie de facto nicht hingehören. Daß das Dosenbier heuer fünfzig jähriges Bestehen feiert, mag in bierseeligen Runden, noch für ein "Ahja" gut sein. Doch das die Sicherung des Pissoirs am Karlsplatz aus Costa Rica stammt beeindruckt selbst keinen Soziologinnen Stammtisch mehr. Archäologen interessiert hingegen, aß es 315 im Rom 144 öffentliche Toiletten gab. Die alten Römer verwendeten Schwämme an Stöcken anstelle von Klopapier. Nachdenklich stimmt hingegen warum in Wien pro Jahr 2,5 Tonnen Brösel produziert werden aber nur eine halbe Tonne geschnittenes Schwarzbrot. Wem dies zu gebräuchlich erscheint, den begeistert vielleicht, was ein Googol ist: Der amerikanische Mathematiker Edward Kasner, nannte so (auf Anregung seines 13 jährigen Sohnes) die Zahl 10100. Die größte bekannte Zahl ist 10Googol sie wird als Googolplex bezeichnet und kann aber niemals vollständig aufgeschrieben werden, da es im Universum nicht genügend Atome gibt um die Nullen zu tragen, da die Gesamtzahl der Atome im Universum auf 1089 geschätzt wird. Da diese Dimensionen aber nicht mehr vorstellbar sind zählte ich auf dem Kremser Stadtfest eine Hand voll Kieselsteine aus - 223. Der Filipino, der neben mir an der Bar im Regen stand, schilderte daraufhin, daß das Plastikende des Schnürsenkels auf englisch aglet genannt wird. Falls Sie auf dem Weg zum Essen sind, hier noch schnell am Ende des Infoblocks einige Restaurant-Sünden: Der meist männliche Frollein-Schreier brüllt mit Pavarotti-Stimme durchs Lokal. Aber: ein dezentes Handzeichen und ein höfliches Bitte sind besser. Auch meist männlich ist der Manscher: Um die köstliche Soße restlos aufzugabeln, werden alle Kartoffeln auf dem Teller eilends zu einem Brei zermatscht. Korrekt wäre entweder ein Löffel oder besser noch einen Bissen nach dem anderen mit der Soße zu essen. Falls sie auf das Wohl einer Frau trinken wollen, seien sie auf der Hut vor alten Römern, denn damals wurde auf jeden Buchstaben ihres Namens ein Glas geleert. Als Urlaubstip sei hier noch von Finnland abgeraten: Nicht umsonst wird sonst Harri Pellonpaa neuer Weltmeister im Gelsentöten sein. In 300 Sekunden erlegte er 21 Plagegeister und verbesserte damit die alte Bestmarke von sieben. Apropos Insekten, mein Lieblingsthema in diesem Zusammenhang ist die Ameise. Hier gilt es zunächst einige Fakten nachzutragen z.B. die Ameise ist das Tier mit dem größten Gehirn im Verhältnis zu seiner Körpergröße. Symobiotisch geradezu verhielten sich die Pioniere im Wilden Westen, wenn ihre Läuse- und Flobevölkerung in der Wäsche zu lebhaft wurde. Sie legten ihre Wäsche dann auf einen Ameisenhaufen. Wenn diese die Wäsche leergefressen haben müßten sie nur noch herausgeschüttelt werden. Das Ameisen zusätzlich Sklavenhalter, die Könige der Erde, Strategen usw. sind wird ein andermal erörtert. Am hinteren Ende der Darbietung möchte ich Ihnen, die Legastheniker Fehler des Monats nicht vorenthalten: Statt statistisches Zentralamt verstand ich zentralstisches Statistenamt, und statt die Sonne blendet die Blonde sendet. Zum Abschluß möchte ich noch die Gelegenheit geben die aktuelle Ausgabe der "Klozeitung" zu gewinnen in dem Sie folgende Fragen beantworten: 1) In welchem allgemein bekannten Oldie kommt ein Rechenschieber vor? Auf englisch allerdings. (Sam Cooke, "What a wonderful world") 2) Welches Obst schmeckt in Dosen erheblich besser als frisch? (Mandarinen) 3) Welches Wort entstand aus dem lateinischen Begriff situla, situlus (Eimer zum Wasserschöpfen)? (Seidel) Verabschieden möchte ich mich mit Ludwig van Beethovens, letzten Worten (1827): "Plaudite, amici, comoedia finita est" (Klatscht Beifall Freunde, das Stück ist aus). Commander Daita